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Das Pendel schlägt um: Durchbruch der Kleinen – und die Meinungsforscher liegen (schon wieder) gründlich daneben

Der gängigste Fehler in der Forschungspraxis der Sozialwissenschaften ist die Geringschätzung der Probanden und die tendenzielle Verachtung des Forschungsgegenstandes. Nach der innersten Überzeugung eines gestandenen Forschers, ist das gemeine Volk vorurteilsvoll, unwissend, politisch desinteressiert (oder verdrossen), unentschieden – und letztlich irgendwie zu bequem, um eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Bei den Meinungsforschern kommt diese Grundhaltung besonders krass zum Ausdruck. Sie erklären von vornherein etwa die Hälfte der Probanden – in diesem Fall also etwa 30 Mio. Wahlberechtigte – für unentschlossen oder noch unfähig, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Tatsächlich entziehen sich etwa drei von vier Befragten (bzw. Probanden in einem typischen Sample) der Zuordnung ihrer Meinung im Sinne der Befragung, indem sie gar keine Antwort geben oder z.B. „weiß nicht“ angeben. Damit sind solche Umfrageergebnisse zunächst nur eine Makulatur, da sie hauptsächlich aus „Dunkelziffern“ (oder Nicht-Antworten) bestehen: Glaubwürdige Antworten sind quasi eine Randerscheinung. Dennoch schaffen es die Meinungsforscher mit ein paar Tricks, ihre schrägen Umfragewerte jeweils als den neuesten Trend oder gar als „Spiegelbild“ der öffentlichen Meinung anzupreisen. Für die Auftraggeber aus dem politischen Betrieb und den Medien ist das Geschäft mit den Meinungsquoten ohnehin bloß ein Teil der Wahlkampagne.

Die Sternstunde der politischen Astrologie ist die Wahlprognose

Für die Zwecke der Quantifizierbarkeit müssen die Meinungsforschungsinstitute „wichtige Themen“ oder „wichtige Eigenschaften“ der Kandidaten etc. herausfiltern und anhand eines „Themen-Katalogs“ abfragen. Im wirklichen Leben gibt es jedoch keinen Menschen, der sich bei seiner Wahlentscheidung an einem offiziell ausgefilterten Katalog orientiert.

Die Repräsentativität der Umfragen basiert sodann auf einer kleinen Stichprobe, die durch telefonischen Kontakt erhoben wird. Bis zu 80% der repräsentativ Auserwählten (Sample), die zuerst angefragt werden, ist allerdings heutzutage entweder nicht erreichbar oder verweigert das Gespräch (legen auf, geben keine Antwort auf die Fragen oder reden sich höflich heraus). In ihrer Not helfen sich die Meinungsbefrager vor allem mit einem Trick: Jede mögliche verbale Regung des Probanden (etwa bedeutungsloses Komment: „Ich bin noch unentschlossen“, sprich: „Lass mich in Ruhe“) wird als Antwort auf die „Sonntagsfrage“ notiert. Dennoch kommen bei solchen Befragungen entschieden zu wenige Antworten zusammen. Daher greifen die Meinungsbefrager zu einem weiteren Trick: es werden – über das eigentliche Sample hinaus – immer neue Probanden angesprochen, bis die magische Anzahl von 1058 antwortbereiten Probanden erreicht ist. Allerdings geht die Repräsentativität der Umfrage durch diese „Ergänzungsprobanden“ verloren, da durch die Antwort-Verweigerung eine zweite – methodisch nicht abgesicherte – Auswahl erfolgt. Mit anderen Worten ist davon auszugehen, dass nur ein Wählertyp bereitwillig auf den Themen-Katalog reagiert und seine Favoriten (Kandidat, Partei etc.) nennt. Solche Verzerrungen in der Stichprobe können in einer sehr kleinen Zahl noch toleriert werden, jedoch führt eine Verweigerungs- und Nicht-Antwort-Quote von 70-80% die Erhebung ad absurdum.

Im Ergebnis ist die Ansammlung von bedeutungslosen Kommentaren und höflichen Ausreden, die die Meinungsforschungsinstitute für bare Münze auf dem Meinungsmarkt verkaufen, sehr umfangreich. Daraus entstehen subversive Theorien über den „unentschlossenen Wähler“, Effekt der „last minute swing“, „Erst-in-der-Kabine-Entscheidung“ etc. All solchen Theorien sind freilich als bloße Ausreden zu bewerten, die die miserable methodische Grundlage und/oder die schlampige Arbeit der Meinungsforschungsinstitute vertuschen soll. Gerade einmal 600 ernstzunehmende Antworten (incl. Ergänzungs-Probanden in einem typischen Sample) bleiben den Meinungsforschern als Basis für ihre fraglichen Prognosen über das Wahlverhalten der gesamten Wählerschaft.

Hinzu kommt ein weiteres Problem der heutigen Meinungsforschung, das die meisten Institute ignorieren, obwohl es zu einer offensichtlichen Verzerrung in der Stichprobe führt: Der telefonische Kontakt mit den Probanden wird in der Regel nur über das Festnetz hergestellt, d.h. unverhältnismäßig viele ältere Wähler werden erreicht, während eher moderne oder technisch versierte Wähler ohne Festnetzanschluss unterrepräsentiert sind. Auch die zusätzlichen Probanden werden ebenfalls über Festnetznummer angeklingelt (wenn überhaupt), d.h. noch mehr ältere Wähler. Damit geht die zweifelhafte Repräsentativität endgültig verloren.

Diese unheilvolle strukturelle Entwicklung der Meinungsforschung wird durch einen härteren Wettkampf auf dem Meinungsmarkt – und insgesamt unsichere Marktbedingungen – weiter beschleunigt. So treibt insbesondere die Konkurrenz unter den Meinungsforschungsinstituten seltsame Blüten. Gerade wegen der unübersichtlichen Methodik und der fragilen bis zweifelhaften Datenbasis ist die Versuchung groß, Entwicklungs- und Erhebungskosten zu sparen, indem Zahlenreihen bloß „fortgeschrieben“ oder durch eigens entworfene „Analyseinstrumente“ und Zusatzformeln ins gewünschte Lot gebracht werden. Aufgrund von informellen Berichten früherer Mitarbeiter und (schlecht bezahlter) Hilfskräfte der Meinungsforschungsinstitute ist jedoch anzunehmen, dass das „statistische Mogeln“ und das „Frisieren“ der Ergebnisse dem leitenden Personal vorbehalten ist. Hinzu kommt noch der ubiquitäre Hang zum künstlichen Erzeugen von Signifikanz, um den Auftraggebern (meisten aus der Medienbranche) eine brauchbare Schlagzeile zu liefern.

Besonders unangenehm fiel das Forsa-Institut in diesem Bundestagswahlkampf bisher auf. Abgesehen von den absurden Prognosen (CDU gut 40%, SPD gut 20%), die das Meinungsinstitut wöchentlich fortschreibt, hat der Gründer und Geschäftsführer des Forsa-Instituts, Manfred Güllner, für sich eine Gesetzeslücke entdeckt: Wenn man im Namen eines Meinungsforschungsinstituts und auf der Grundlage von Umfrageergebnissen (die weder einsehbar sind noch validiert werden können) eine Diffamierungs- und Verleumdungskampagne gegen den SPD-Kanzlerkandidaten reitet, dann kommt er straffrei davon. Es hat sich allerdings herumgesprochen,

„dass der Forsa-Mann in der Szene der Meinungsforscher nicht den besten Ruf hat. Dort wird mit Blick auf Güllners spektakuläre Umfragen schon mal gelästert, dass dieser vor Umfragen „seine Würfel“ raushole.“ (Spiegel am 19.04.13)

Die Tatsache, dass der politische Zynismus eines alten vergrämten Mannes aus der Meinungsbranche in den Medien gern genommen und mehrfach publiziert wird, zeigt einmal mehr, dass einigen Medienhäusern die Qualität solcher Wahlprognosen gleichgültig ist: Sie drucken diese Zahlen wöchentlich zur Unterhaltung ab – gerne in der Spalte zwischen dem Horoskop und den Lottozahlen.

Faktisch liegen die Meinungsforschungsinstitute „am Ende des Tages“ in ihren Prognosen gründlich und regelmäßig daneben. Es war im Januar dieses Jahres bei der Landtagswahl in Niedersachsen so (CDU 5% zu hoch, und vor allem völlige Fehleinsetzung der FDP), aber auch bei den letzten Bundestagswahlen 2009 und 2005 (wo die Fehler teilweise über 5% betrugen). Die pseudo-wissenschaftlich durchgeführten Befragungen ähneln immer mehr einer politischen Astrologie: Aus Markt- & Meinungsforschung sind „Meinungsinstitute“ der Meinungsmacher geworden. Die alte Bezeichnung M&M-Institut steht nunmehr für Meinungs-Macher-Institut.

Drei Gründe für Merkels Niederlage am 22.09

Die für den aktuellen Wahlkampf gravierenden Fehler in der Sonntagsfragerei der Meinungsinstitute betreffen drei verschieden Sachverhalte, die alle zu Ungunsten der Merkel-CDU ausfallen werden:

Erstens rechnen die M&M-Institute den Zweitstimmenanteil der CDU/CSU regelmäßig etwa 5% zu hoch; ferner stellt sich die Frage, warum CDU/CSU – nach einer Reihe von verlorenen Landtagswahlen – gerade jetzt auf die prognostizierten 40% der Wählerstimmen zulegen wird?

Zweitens können die schlichten telefonischen Meinungsumfragen offensichtlich die besonderen Umstände in den einzelnen Bundesländern nicht berücksichtigen. Folgende Analyse zeigt, dass insbesondere Nordrhein-Westfalen eine wahlentscheidende Rolle spielen wird.

Drittens ist aus den Falschprognosen der Meinungsinstitute bekannt, dass sie besondere Schwierigkeiten mit dem Phänomen des „versteckten-Potentials-der-Kleinparteien“ haben, insbesondere wenn die Kleinparteien erstmals zur Wahl antreten – wie im Falle der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

Alle drei Sachverhalte können nicht mit bloßen Meinungsumfragen erhoben werden, vielmehr sind methodisch anspruchsvollere Verfahrensweisen und überprüfbare Analysen unumgänglich.

1. Grund: Erhebliche Stimmenverluste der CDU in fast allen Wahlen seit 2009

Eine präzise Datenbasis für eine zuverlässige Aussage über die kommenden Bundestagswahlen bilden zunächst die Wahlergebnisse vergangener Bundes- und Landtagswahlen. Auch die Haupttendenz im realen Wahlverhalten seit der letzten Bundestagswahl 2009 kann anhand der Daten der letzten Landtagswahlen analysiert werden. Das ist natürlich wenig spektakulär, jedoch seriös und allemal zuverlässiger als die politische Astrologie der Meinungsmacherinstitute.

Seit der Bundestagswahl 2009 hat die CDU in den einzelnen Landtagswahlen nicht nur in absoluten Zahlen der Wählerstimmen, sondern auch im Vergleich zu den anderen Parteien proportional hohe Verluste hinnehmen müssen. Am höchsten wohl in Hamburg am 20.02.2011: eine historische Niederlage von minus 20%. In den NRW-Landtagswahlen am 13.05.2012 sackte die CDU dagegen „nur“ um 8,3% ab und bekam gerade 2 Mio. Zweitstimmen (verlor etwa 600.000 Wähler). In Niedersachsen am 20.01.2013 – bislang die letzten Landtagswahlen – verlor die CDU abermals 6,5% (und somit ging für die CDU nicht nur die Landesregierung verloren, sondern auch der Bundesrat).

Die Gretchen-Frage lautet nun: Sind diese Verluste trotz oder wegen der Kanzlerin Merkel zustande gekommen? Zumindest bei den letztgenannten Wahlen hat sich die Kanzlerin mit allem, was sie zu bieten hatte, für den durchaus populären Kandidaten David McAllister ins Wahlkampfgetümmel geschmissen: Reden gehalten, Kandidaten gelobt, Unterstützung fürs Land Niedersachsen versprochen und ausdrücklich um beide Stimmen für den CDU-Direktkandidaten und die Partei geworben, und zwar unwiderlegbar mit dem genannten miserablen Ergebnis – eines der schlechtesten für CDU seit Jahrzehnten in Niedersachsen.

In den beiden ausstehenden Landtagswahlen in Hessen und Bayern wird sich dieser Trend wohl fortsetzen: In Hessen ist der Kandidat der CDU, Volker Bouffier, so populär wie eine Frostbeule am Fuß und in Bayern glänzt der CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer durch haltlose Sprüche, die allerdings von CSU-Filz und -Korruption (bzw. Speziwirtschaft), Justizskandalen, dubiosen Landesbankgeschäften, Beschäftigung von Ehefrauen und Kindern in den Parlamentsbüros etc. ablenken sollen.

In der Bundestagswahl 2009 bekam die CDU/CSU knapp 14.7 Mio. oder 33,8 % der Zweitstimmen (ein Verlust von 1,4% gegenüber 2005). Mit diesem Ergebnis konnte Frau Merkel ihre zweite Kanzlerschaft noch antreten. Nimmt man zum Vergleich alle Ergebnisse aus den letzten (meistens verlorenen) Landtagswahlen, dann ergibt sich daraus fast die gleiche Proportion, nämlich 33,5 % der Wählerstimmen. Darum stellt sich die einfache Frage: Warum sollte CDU/CSU gerade jetzt noch groß zulegen können?

2. Grund: Im größten Bundesland NRW hat Merkel nur herum gemurkst

Es sind reihenweise abgeschossene CDU-Hoffnungsträger aus Nordrhein-Westfalen zu beklagen, die aber zugleich potentielle Merkel-Konkurrenten waren – vor allem Friedrich Merz. Den amtierenden Landesvorsitzenden der CDU in NRW, Jürgen Rüttgers, ließ Merkel fallen – und Norbert Röttgen stieß sie sogar erstaunlich tatkräftig hinunter. Interne Kritiker der Merkel-Politik kommen auffallend häufig aus den Reihen der NRW-Abgeordneten (z.B. Wolfgang Bosbach). Es ist daher kein Wunder, dass von der NRW-Basis bis hinauf zu mittleren Funktionsträgern Argwohn bis große Frustration gegenüber Merkel und der Bundespartei vorherrscht. Hierfür gibt es weitere sachliche landespolitische Gründe:

  • Es gibt keine angemessene NRW-Vertretung im Kabinett Merkel. Nach der eindeutigen Geste der Entlassung des Umweltministers Norbert Röttgen – des letzten NRW-Mohikaners – hat die NRW-CDU dort nur eine klägliche Stimme, nämlich die des Bundesministers für ganz besondere Aufgaben, Ronald Pofalla. Bislang galt Pofalla bei den Journalisten als „das Phantom“, das gelegentlich nur durch unflätige Äußerungen auffiel („Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“ so wörtlich zum NRW-Kollegen Wolfgang Bosbach). Als MdB ist Merkels treuester Diener aber leise und extrem inaktiv (in letzten vier Jahren im Parlament hat Pofalla eine einzige Rede gehalten und an einem Gesetzentwurf mitgewirkt). Wenn jedoch der Rekordhalter im parlamentarischen Nichtstun etwas anpackt, wie z.B. die Verteidigung der Bürgerrechte gegenüber ausländischen Spionagenetzen (PRISM etc.), dann fegt Pofalla sie sofort „vom Tisch“ – beziehungsweise kehrt sie unter den Teppich!
  • Bei der Besetzung der Ministerposten im Kabinett folgte Merkel meist der Regel: Länderquote vor Qualität und Erfahrung. So lief es z.B. beim Ministerwechsel, Franz Josef Jung (raus) und Kristina Schröder (rein) – Hauptsache Hesse! Beim Röttgen-Rausschmiss ließ sie diese Regel jedoch nicht mehr gelten (und es kam noch schlimmer – ein Saarländer!) Hier ließ Merkel jedes Länderquoten-Augenmaß und Vernunft vermissen, das ihr in der NRW-CDU sehr übel genommen wurde.
  • Es fällt auf, dass das CDU-Hauptquartier in Berlin aktuell ohne ernsthafte NRW-Vertreter die Politik des Stillstandes verwaltet: Das ungleiche Führungspaar der NRW-CDU, Armin Laschet und Karl-Josef Laumann, wird als Leisetreter und Bauerntrampel in der CDU-Zentrale in Berlin nur belächelt. Das mit Abstand größte Bundesland hat bei der CDU in Berlin keine Fürsprecher und keine effektiven Netzwerker. Verglichen mit der Interessenvertretung Bayerns und ihrer schier überschwänglichen Machtfülle auf allen Ebenen des Staatsapparates, wirkt sich dieses Defizit für das ganze Land NRW verheerend aus.
  • In den einzelnen NRW-Wahlbezirken kämpft jeder CDU-Kandidat zwar eifrig um das Direktmandat für den Bundestag, aber meist mit Verzicht auf Merkel oder prominente Unterstützung aus Berlin. Die CDU-Kandidaten führen einen eigenständigen Kampf um die Erststimme – die Zweitstimme für die Merkel-CDU wird zur Nebensache.

Die typischen CDU-Wähler in NRW könnten durch Wahlenthaltung (oder durch sogenannte „Leihstimmenvergabe“ an FDP oder AfD) entscheidend zur Niederlage der Bundes-CDU beitragen.

3. Grund: Merkel-CDU seht ohne Abwehr gegen die „Alternative für Deutschland“ (AfD) da

Die „Alternative für Deutschland“ okkupiert klassische CDU-Themen, die unter Merkel vernachlässigt oder verworfen wurden. In einigen der wichtigsten Entscheidungsarenen, etwa den „klassischen Stammtischen“, könnte die AfD der CDU die Meinungshoheit streitig machen, sowohl in Migrations- und Integrationsfragen als auch und vor allem im Hinblick auf die europäische Integration und die defizitäre EURO-Politik.

  • Das Versagen der Gipfel-Kanzlerin wird in Kreisen wichtiger CDU-Multiplikatoren durch die „verlorenen Söhne“ (und „rechtschaffenen Patrioten“ von ganz rechts), die sich in der AfD versammelt haben, thematisiert. Die geballte Wirtschaftskompetenz der AfD-Professoren, die in den Talk-Runden durchweg bella figura machen, wird in der ohnehin autoritätsgläubigen CDU-Anhängerschaft einige Wirkungstreffer erzielen.
  • Die CDU findet keine angemessene Verteidigung gegen die AfD-Argumente, da die Mandatsträger bei einer inhaltlichen Auseinandersetzung Gefahr liefen, ihre erzkonservative Wertegemeinschaft der CDU-Senioren zu vergraulen. Jedes Argument gegen AfD klingt wie ein Verrat an der (unter Merkel vergessenen) ideologischen Grundüberzeugung eines in der Kohl-Ära gereiften CDU-Wählers. Eine informelle Gegenoffensive der CDU-Strategen besteht daher bloß in unpolitischen oder formalen Behauptungen: „Eine Stimme für AfD ist eine verlorene Stimme“, oder der Diffamierung des Gegners: „Der AfD-Kandidat ist eine seeeehr zwielichtige Person“ etc.
  • Wie die Ironie der Merkel-Story es so will, ist die merkantilistische AfD gekommen, um Licht in ihren EURO-Nebel zu bringen: In typischer CDU-Manier schürt AfD alte und neue Ängste und stellt nachhaltig die Führungslosigkeit des Berliner Grusel-Kabinetts bei der Euro-Retterei fest. Hinzu kommt noch, dass eine weitere Stufe der Euro-Rakete kurz vorm Wahltermin zu starten droht: Zum x-ten Mal die endlose, stimmungs-tötende Griechenlandpleite und die 190 Milliarden schwere Last der von Merkel und Schäuble geschnürten „Hilfspakete“, die die Deutschen letztendlich bezahlen werden müssen – mit ihren Steuern, Ersparnissen und der Lebensqualität im Alter.

Die „Alternative für Deutschland“ – ob im Parlament oder draußen vor – wird Merkel nicht nur entscheidende Wählerstimmen wegnehmen, sondern die Stammwähler der CDU desillusionieren und die CDU-Helfer demoralisieren. An den Wahlkampfständen stehen die CDU-Helfer gegenüber AfD recht hilflos und ohne Argumente da – blank und düpiert.

Das Pendel der „öffentlichen Meinung“ schlägt um

Die persönliche Wahlentscheidung ist ein recht stabiler und universeller Prozess, der mehrere Entscheidungsetappen durchläuft. Die „öffentliche Meinung“, insbesondere vertreten durch die Printmedien der großen Medienhäuser sowie die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, erweist sich hingegen als ein instabiler und zufälliger Prozess. Scheinbar urplötzlich schlägt das Pendel der „öffentlichen Meinung“ um – und weder der Zeitungsmacher noch der Meinungsmacher kann erklären, warum die über Monate andauernde Anti-Peer-Kampagne in den Medien sich ins Gegenteil wandelt. In langen und langweiligen Erklärungsversuchen bemüht der Meinungsforscher inhaltsleere Behilfskategorien – wie etwa unberechenbare „Wechselwähler“ oder wilde „Protestwähler“ – und die Mär von den „unentschlossenen Wählern“ wird nochmals aufgewärmt. Es bleibt dabei: Aufgrund seiner tiefen Missachtung des (unberechenbaren/ wilden/ unentschlossenen) Wählers kann – und will – der Meinungsforscher den Entscheidungsprozess des Wählers nicht verstehen.

Es ist vielmehr davon auszugehen, dass jeder gut informierte Bürger (und das sind die meisten) sein eigenes politisches Urteil permanent, während der politische Betrieb läuft, fällt. Gelegentlich ergänzt er seine Meinung, aber schon Monate vor den Wahlen trifft er seine persönliche Wahlentscheidung. Während des Wahlkampfes korrigiert er diese Entscheidung nur in einigen Nuancen: Inhaltliche Schwerpunkte werden verschoben und politische Aspekte neuer Informationen aufgenommen. Einige finden allerdings kein passendes Produkt auf dem Markt, d.h. ihren politischen Vorstellungen wird von keiner Partei entsprochen oder sie sind von den alten Parteien zu sehr enttäuscht worden. Von ausschlaggebender Bedeutung ist allerdings, dass immer weniger Menschen ihre schon längst getroffene Wahlentscheidung mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel vollenden wollen: Von über 60 Mio. Wahlberechtigten 2013 werden voraussichtlich etwa 20 Mio. von diesem demokratischen Recht keinen Gebrauch machen. Die Nichtwähler waren schon bei den Bundestagswahlen 2009 mit Abstand die größte Gruppe – und darum auch auf ihre Art „wahlentscheidend“.

In Wahlkampfzeiten bieten sich eine Vielzahl von Arenen an, in welchen um Einstellungspositionen gerungen wird. Jeder wird seine bereits getroffene Wahlentscheidung dort für sich nochmals prüfen (wenn er möchte). Sie wird nicht durch ein einmaliges Erlebnis oder einen plötzlichen Einfall etc. getroffen oder verworfen, vielmehr handelt es sich um eine lange Verlaufskurve, die mehrere Entscheidungsebenen und -arenen (mit Unterbrechungen) durchläuft. Die einflussreichsten Entscheidungsarenen können in folgender Reihenfolge aufgelistet werden:

(1)    Der engste Freundeskreis (häufig nur der Lebenspartner oder die Familie)

(2)    Der „klassische Stammtisch“, der nicht nur in der Kneipe mit den Kumpels gefeiert wird, sondern in der Kantine mit Arbeitskollegen und im erweiterten Bekanntenkreis, ob im Sportklub oder irgendeinem Verein etc.

(3)    Die eigene Netzgemeinde: Sie setzt sich zusammen aus den Akteuren der einzelnen Social Media – vor allem Twitter (via Follower), Foren der Online-Medien, YouTube-Kanäle etc., aber auch auf Facebook, Google+ etc.

(4)    Der politische Hausbesuch – so wie er von den Obama-Anhängern in den Wahlkämpfen um die letzten beiden Präsidentschaften in den USA praktiziert wurde.

(5)    Der „typische Straßenwahlkampf“ wird auf den öffentlichen Wahlveranstaltungen gefochten, aber auch an den Ständen der Parteiorganisationen in den Fußgängerzonen, sofern es überhaupt zu persönlichen Gesprächen kommt.

(6)    Die herkömmlichen PR-Maßnahmen (incl. Plakatierung, TV-Werbespots, Prospekte, postalische Flyer-Verteilung, Zeitungsanzeigen etc.) bilden lediglich eine Entscheidungsarena unter vielen.

(7)    Der politische Journalismus und die pseudo-wissenschaftlichen Meinungsforschungsinstitute stellen – wie oben beschrieben –  eine eigenständige Plattform oder Arena da, die neben den Star-Journalisten und Meinungsforschern unter anderem von Buchautoren (Politiker-Autobiographien, Reportagen etc.) bis hin zum politischen Experten (z.B. der „renommierte Politikwissenschaftler“ im Radio) bevölkert wird.

(8)    Die vom politischen Establishment autorisierten Institute (u.a. die „fünf Wirtschaftsweisen“, die OECD-Analysen bis hin zum Wahl-O-Mat der bpb) bilden eine offiziell kontrollierte Entscheidungsarena.

(9)    Die geistig-moralische Diskursarena, in welcher die Prominenz bzw. große Autoritäten der politischen Betriebsamkeit bis hin zu herausragenden Intelektuellen – von Henryk M. Broder bis Jürgen Habermas –, um die Interpretationshoheit ringen.

Jede Entscheidungsarena hat ihre eigenen Themen und eigene Logik und bildet nur eine Instanz in der Verlaufskurve der individuellen, politischen Entscheidung. Hier interessiert zunächst nur: In welche parteipolitische Richtung geht die Tendenz in den jeweiligen Entscheidungsarenen? Für wen schlägt das Pendel der „öffentlichen Meinung“? – und wie können diese Ausschläge sozialwissenschaftlich (einigermaßen zufriedenstellend) ergründet werden?

(1)    Der engste Freundeskreis ist weitgehend von jeglicher parteipolitischer Einflussnahme abgeschirmt. In dieser wichtigsten aller Entscheidungsarenen ist daher keine Prognose der politischen Richtung möglich. Dazu bedürfte es eines qualitativen Untersuchungsdesigns (u.a. mit narrativen Interviews).

(2)    Der „Stammtisch“ war immer schon das Hoheitsgebiet des konservativen Lagers, da hier vor allem solche Themen „nachhallenden“ Anklang fanden, die die Urbedürfnisse und Urängste berühren (u.a. sogenannte „German Angst“). Jahrzehntelang konnte CDU/CSU mit xenophoben Parolen punkten (z.B. die Bedrohung einer „durchmischten und durchrassten Gesellschaft“, wie der CSU-Kanzlerkandidat 2002, Edmund Stoiber, formulierte). Inzwischen bedient nur noch Horst Seehofer mit der Forderung nach „Ausländer-Maut auf den Autobahnen“ den Stumpfsinn der Ausländer-Diskriminierung. Neben den rechtsextremen Kleinparteien sind vor allem die Euro-Skeptiker von AfD dabei, den Platz der CDU an den Stammtischen einzunehmen: Inflationsgefahr, Altersarmut etc. als Folge der katastrophalen CDU-Euro-Politik. Sollte der AfD eine größere Aufmerksamkeit in den letzten Tagen des Wahlkampfes zukommen, dann werden sie auf dieser Entscheidungsarena gegen CDU nachhaltig punkten.

(3)    Die Netzgemeinde und das Internet – für die Kanzlerin Merkel immer noch dubioses „Neuland“ – ist schon jetzt die dritt-wichtigste Entscheidungsarena geworden. Die Möglichkeiten zur Auswertung der Sozialen Medien sind schon sehr vielversprechend (quasi Totalerhebung), aber von den Meinungsforschungs-Instituten bislang ungenutzt geblieben. Der Grund dafür mag darin liegen, dass sie die Bedeutung dieser Arena in Wahlkampfzeit nicht erkannt haben, oder eher: Die begrenzten Möglichkeiten der Manipulation macht eine solche Analyse für die Meinungsmacher von vornherein uninteressant. Ein gutes Beispiel für ein selbstfinanziertes Projekt, das keine Meinung machen will, ist der „Twitter-Radar“. Er bildet live alle Twitter-Meldungen zu #btw13 ab und gibt somit einen grandiosen Ausblick auf die Präferenzen in diesem Teil der Netzgemeinde. Ein paar aktuelle Zwischenergebnisse: Seit Beginn der Erhebung (16.08.2013) gab es im direkten Vergleich #Steinbrück und #Merkel die mit Abstand meisten negativen Kurzmeldungen zu #Merkel und #CDU. „Twitter-Radar“ nahm ab 06.09.2013 alle sieben für den Bundestagswahlkampf relevanten Parteien auf. Am positivsten werden gerade die kleinsten Parteien getweetet:  #Piraten (20%) und #AfD (22%), wobei AfD etwa gleich viele negativen Meldungen (20,4%) bekommt, d.h. zurzeit polarisiert AfD extrem. Alle anderen Parteien sind weit unter 10% positiver Meldungen. Vom 06. bis 09.09. (Stand 19:00 Uhr) gab es insgesamt 20.300 Kurzmeldungen (#btw13 etc.), davon die meisten zu den #Piraten (5870 Tweets, davon 1,6% negativ), gefolgt von #CDU (4395, 19% negativ), #AfD (3690, 20,4% negativ), #SPD (2310, 11% negativ), #FDP (1570, 16% negative), #Linke (1400, 3,3% negativ, aber 8,6% positiv). Zu den Grünen hat man am wenigsten was zu melden (1030 Tweets, davon 12% negativ). Alle diese Zahlen sind real; per Klick auf ein Hashtag können die tagesaktuellen Meldungen eingesehen werden. – Ein weiteres ebenfalls interessantes Instrument – twitterwahlen.de – ist seit 09.09.13 online: Dort kann jeder mit seinem Twitter-account und -namen auf Bundestagswahl 2013 auf Twitter eine Stimme für eine Partei abgeben. (Zehn Parteien sind im Angebot – zurzeit liegen die Piraten weit vorne, gefolgt von der SPD; Stand 10.09.13).

(4)    Der politische Hausbesuch ist in Deutschland eine neue Entscheidungsarena und bislang ernsthaft nur von der SPD betreten worden. Aufgrund des beratenden oder aufklärerischen Dialogcharakters der Begegnung muss ihre Bedeutung dennoch sehr hoch eingeschätzt werden. Sie ist insbesondere dann wirksam, wenn sie durch bekannte oder prominente Parteimitglieder erfolgt. Sollten die SPD-Anhänger tatsächlich den angestrebten 5 Mio. Hausbewohnern einen solchen Besuch abstatten, wird das entscheidende Punkte in Bezug auf die Wahlbeteiligung geben – pro SPD.

(5)    Im „typischen Straßenwahlkampf“ schlagen sich wiederum – wie von der Front berichtet wird – die kleinen Parteien besonders tapfer: Die Linken, Piraten und AfD. Dagegen schwächeln CDU und FDP, aber auch die Grünen, zusehends. Die SPD-Helfer sind allerdings – nach dem TV-Duell hochmotiviert – mit besonderem Drive unterwegs.

(6)    Die kostspieligen PR-Maßnahmen sind für die Präsenz und Sichtbarkeit der Kandidaten weiterhin unverzichtbar, aber als eine Arena für die Wahlentscheidung wird das Plakatieren und Prospekte-Verteilen maßlos überschätzt. Ihre Funktion besteht vielmehr darin, die potentiellen Wähler an die Bundestagswahl zu erinnern beziehungsweise an die Wahlurne zu treiben. Im Hinblick auf die allgegenwärtige Präsenz haben die großen Parteien auch ihre Großen Nasen vorn, während die Kleinen notgedrungen auf kostensparende und subtilere Öffentlichkeitsarbeit setzen. Auf dieser Entscheidungsarena bleibt daher alles beim Alten.

(7)    Die politischen Journalisten bilden sich gerne ein, die „vierte Gewalt“ im Staate zu sein. Nüchtern betrachtet, sind sie (zusammen mit den „politischen Astrologen“ und anderen mehr) die Hauptakteure auf der 7. Entscheidungsarena. Seit Anfang des Wahlkampfjahres standen sie stramm auf der Seite des politischen Establishments beziehungsweise der Regierungskoalition. Je prominenter der Akteur des politischen Betriebs ist, desto devoter ist die Berichterstattung gewesen. Im Cicero ist die Rede von „Jubeljournalismus“ anlässlich eines ZDF-Portraits der Kanzlerin (O-Ton: „Popstar der Politik“!) und einer Art „höfischen Huldigung Merkels und ihres Parteiengefolges. Die Kanzlerin so apolitisch wie noch nie.“ (Cicero vom 15.08.2013). So wie die Politikverdrossenheit (oder eher Politikerverdrossenheit) Land auf Land ab beklagt wird, so ist ebenfalls eine „Meinungsmacher“-Verdrossenheit in der Bevölkerung auszumachen. Sie betrifft vor allem solche (Chef-) Redakteure, die noch ohne Personal- und Gehaltskürzung davon kamen, allerdings sich ihre „journalistische Freiheit“ nur deshalb bewahren konnten, weil sie ohnehin (und immer schon) in ihren Leitartikeln und Meinungskolumnen konform mit der Verlags- beziehungsweise Geschäftsleitung gingen. Wie erzürnt der gut informierte Bürger über die „Meinungsmacher“ ist, kann in den Foren-Kommentaren der namhaften Printmedien und der öffentlich-rechtlichen Sender tagtäglich verfolgt werden. Etwa seit dem gigantischen 150 Jahre Feier der SPD (halbe Million Besucher) Mitte August in Berlin – spätestens aber seit dem TV-Duell – ist auch auf dieser Arena eine Pendelbewegung der „öffentlichen Meinung“ zu beobachten: Dem Herdentrieb folgend schreiben die „Qualitätsjournalisten“ ihre Wahlkampferzählung nochmals um: Aus „Polit-Popstar Merkel“ wird (vor allem nach dem G20-Gipfel) die peinliche „Zick-Zack Merkel“ – und aus „Peer der Bürgerschreck“ wird plötzlich „Peer der Lieblingsbär“!

(8)    Die vom politischen Establishment autorisierten Institute liefern in der Regel gesellschaftliche Analysen für den „großen Zusammenhang“ und vor allem zukunftweisende wirtschaftliche Prognosen. Auch wenn sich diese Prognosen regelmäßig als falsch erweisen, liefern sie wichtige Orientierungshilfen – sowie den Stoff für die Hoffnungen und Sorgen der Wähler, aber auch einen großen Spielraum für wilde Spekulationen und Phantasien. In den letzten Wochen des Wahlkampfes wird der Wahl-O-Mat – wie schon bei der Bundestagswahl 2009 – auf dieser Entscheidungsarena eine besondere Rolle spielen. Es handelt sich hier um ein „interaktives Wahltool“ der Bundeszentrale für politische Bildung – quasi ein Computerspiel mit vielen Parteien und großen Überraschungen. Am Ende des aufklärerischen Spielchens wundert sich der Teilnehmer meisten sehr über seine politischen Prioritäten – und entdeckt häufig andere Parteien, von denen er wenig wusste.

(9)    Die geistig-moralische Diskursarena wird hier nur an 9. Stelle der wichtigsten Entscheidungsarenen genannt: Die schon längst ausformulierte Wahlentscheidung eines jeden Bürgers wird hier nur geistig-moralisch amplifiziert. In der Endphase des Wahlkampfes konnte ihr dennoch eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Wählermobilisierung zukommen, nicht jedoch für die Wahlentscheidung per se.

Die komplizierte Verlaufskurve der kollektiven Wahlentscheidung kann nur Etappe für Etappe anhand individueller Beweggründen, aktueller Themen und universaler Logik der jeweiligen Entscheidungsstufe analysiert werden.

Wer aber gerne die Geschichte vorweg nehmen und z.B. die Wahlergebnisse von 22.09 schon jetzt kennen lernen möchte, demjenigen kann nur empfohlen werden: Mach die doch selber! Beim Spiegel-Online kann man sogar beim passenden Wahl-Tipp ausgelobte Preise gewinnen: Der aktuelle Stand (am 09.09.2013) bei der Spiegel Schwarmintelligenz sieht wie folgt aus: CDU/CSU 37,9; SPD 26,7; FDP 5,8; Linke 7,4; Grüne 13,8; Piraten 3,3; AfD 2,8 und Sonstige 2,3. Wer aber Geld investieren möchte, kauft sich ein paar Aktien bei der PESM Wahlbörse. Folgende Aktien werden dort aktuell gehandelt: CDU/CSU 37,0; SPD 24,1; FDP 6,8; Linke 8,0; Grüne 11,5; Piraten 3,3; AfD 5,9 und Sonstige 3,3.

Am Ende des Tages werden solche Wahlwetten in punkto Spaßfaktor und Genauigkeit dem „Horoskop“ der politischen Astrologen aus den Meinungsinstituten weit überlegen sein. Jede Wette!?