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Aktualisiert: News-Ticker und digitale Werkbank für Soziologen sowie das PlanFors-Paper: „Führungsstil und Lebensform“

PlanFors hat erneut zwei „Nebenprodukte“ der täglichen Arbeit in einer aktualisierten Form ins Netz gestellt. Es sind die bereits erprobten Science-Mashups www.soznews.de und www.infosoz.de, die nunmehr der Community der Soziologiestudenten und den aktiven Sozialwissenschaftlern zur Verfügung stehen. Diese beiden Mashups sind kostenlos und frei von Werbung. Allerdings wären wir für kleine Praxis- & Erfahrungsberichte über die Nutzung und Zweckmäßigkeit der zusammengestellten Feeds, Widgets & Links dankbar. Es ist voraussehbar, dass es 2012 immer weniger Unterstützung der RSS-Feed- und Widgets-Technik im Browser geben wird. Umso mehr sind die User zukünftig auf Mashups angewiesen, die auf ein ausgefeiltes und stabiles Social Media Management – wie etwa netvibes.com – aufbauen.

Außerdem haben wir unlängst ein weiteres PlanFors-Paper von Georg Wüstefeld hier in den Downloadbereich gestellt: „Führungsstil und Lebensform: Forschungsnotiz zu verhaltenspsychologischen und kultursoziologischen Erklärungsmustern“ (12 Seiten, 2 Tabellen – pdf-Datei). In dieser Forschungsnotiz wird eine Übereinstimmung in der Typologie der Führungsstile und der Lebensformen festgestellt und systematisch in Bezug auf lebensweltliche Ordnungs- und Konfliktmuster verglichen. Es wird ein komparativer, auf personelle Berufstrajekte zentrierter Ansatz entworfen, der eine empirische Forschung im Rahmen der Führungs-, Management- und Berufsforschung anvisiert.

Ein auf Sozialwissenschaften spezialisierter Nachrichten-Ticker: soznews.de

Der jahrelang erprobte News-Ticker www.soznews.de ist nunmehr noch besser auf das Interessenspektrum der Sozialforscher sowie der Studierenden der Sozialwissenschaften und der angrenzenden Disziplinen ausgerichtet und thematisch erheblich erweitert worden. In diesen Science-Mashup werden knapp 100 relevante Websites verlinkt, hauptsächlich basierend auf der bewährten RSS-Feed-Technik, mit rund 8500 Items & Feeds, die das weite Feld der Online-Dienste abdeckt. Jeder einigermaßen versierte User wird diesen umfangreichen News-Reader auf seine besonderen Interessen reduzieren können.

Neben den bekannten und weniger bekannten Nachrichtenquellen, etwa die Info-Dienste der Wissenschaftsinstitute und Hochschulen, wird der User eine Reihe anderer fachlich spezialisierter Websites auf soznews.de entdecken können: Von den internationalen Social Science Blogs über die versammelte Gilde der Alpha-Blogger hier zu Lande bis hin zu den auf Web 2.0 Science konzentrierten News-Ticker und Beta-Software, eine Auswahl der eindeutigen Open Access Journals sowie die auf fachliche Rezensionen spezialisierten Zeitschriften und Literatur-Portale, sowohl studentische Diskussionsforen (u.a. für Seminararbeiten etc.) als auch die internationalen Plattformen der für die Soziologen interessanten Diskurse usw.

Dieses umfangreiche von PlanFors sukzessiv erstellte soznews.de ist als kostenloser Service für die Scientific Community der Soziologen vorgesehen. Vor allem aber ist dieses News-Mashup als Anregung für die webaffinen Sozialwissenschaftler gedacht: Jeder kann selber seinen eigenen, auf seine Interessen- und Arbeitsgebiet reduzierten Nachrichten-Ticker auf der Grundlage von soznews.de erstellen. Dieser stünde dann immer – „mit einem Klick erreichbar“ – für die tägliche Arbeit parat. So können die einzelnen RSS-Feeds und Widgets auf das eigene Dashboard (bei netvibes.com via die „Share“-Funktion) kopiert werden oder mit einem Browser-Management-Tool bearbeitet werden.

Hier kann jeder den auf Sozialwissenschaften spezialisierten Nachrichten-Ticker soznews.de ausprobieren!

Eine digitale Werkbank des Sozialwissenschaftlers auf infosoz.de

Vor ein paar Monaten hat PlanFors ein neuartiges Science-Mashup hier im Blog präsentiert. Dieser Service www.infosoz.de umfasst neben den Blogs und Microblogs (sowie deren automatisierten Suchaktionen) vor allem eine virtuelle Werkbank samt den wichtigsten digitalen Werkzeugen für den Sozialwissenschaftler. Diese Werkbank wird regelmäßig aktualisiert und um neue Gebiete der Web-2.0-Social-Science erweitert.

Zuletzt betrifft dies vor allem das Publizieren im Web 2.0 sowie den digitalen Handapparat. Die digitale Revolution bietet eine Chance zur Emanzipation des Wissenschaftlers als Autor, da der Urheber von wissenschaftlichen Inhalten mit dem Web 2.0 nunmehr die technischen Möglichkeiten hat, über die Verfügbarkeit seiner Werke selber zu bestimmen. Allerdings ist der Kampf um das Urheberrecht und die Autonomie der kreativen Wissensproduktion lange nicht überstanden. Unter der Rubrik free doc befinden sich neben den Blog-Feeds erprobte Suchmaschinen, die das Auffinden von frei verfügbaren Büchern und Dokumenten erleichtern und ferner technische Instrumente für das kollaborative wissenschaftliche Schreiben. Schließlich werden Plattformen exemplarisch angezeigt, die dem Wissenschaftler beim Publizieren und zum Anzeigen seiner Publikationen nützlich sein können.

Der wissenschaftliche Handapparat, der etwas Selbstverständliches für alle Wissensproduzenten (insbesondere für die Wissensreproduzenten) immer schon war, wird allmählich ein fester Bestandteil der virtuellen Arbeitsumgebung einer Web-2.0-Science. Unter der Rubrik Handapparat können wichtige Quellen der Forschungsarbeit: digitale Bibliotheken, Dokumenten-Suchmaschinen und Zitationsdatenbanken angeklickt, aber z.T. auch direkt (ohne die Website zu verlassen) benutzt werden. Mittlerweile sind auch dem technikscheuesten Mitglied des akademischen Personals nicht nur die Webangebote von Google und Wikipedia selbstverständlich geworden, sondern auch Übersetzungshilfen und Wörterbücher etc.

Hier kann die virtuelle Werkbank samt ausgewählten Werkzeugen des Sozialwissenschaftlers auf infosoz.de ausprobiert werden!

Ein weiteres PlanFors-Paper: „Führungsstil und Lebensform“

Wie im letzten Blog angekündigt, setzen wir die Arbeit fort, die bislang nicht publizierten PlanFors-Papers nachträglich Online zu stellen. Es handelt sich diesmal um ein Paper von Georg Wüstefeld, das aus der Führungs-, Management- und Berufsforschung entstammt und zuerst 2004 im Kontext von laufenden Forschungsprojekten publiziert wurde: „Führungsstil und Lebensform: Forschungsnotiz zu verhaltenspsychologischen und kultursoziologischen Erklärungsmustern“. Sein Ausgangspunkt ist das Buch von Daniel Goleman, Richard Boyatzis und Annie McKee (2002): „Primal Leadership, Realizing the Power of Emotional Intelligence“, das beiderseits des Atlantiks schnell ein Bestseller wurde und seitdem eine nachhaltige Wirkung im Management zeitigte und neue Perspektiven für die Führungsforschung eröffnet hat. In dem kurzen Text geht Georg aber auch auf Golemans frühere Texte ein, in welchen die qualitativen oder „weichen“ emotionalen Faktoren der Menschenführung untersucht und hervorgehoben wurden.

Für die Konzeptentwicklung von PlanFors ist die Feststellung von großer Bedeutung gewesen, dass es eine definitive Übereinstimmung zwischen den Ordnungs- und Konfliktmustern der sechsteiligen Grundbestimmung des Führungsstils bei Goleman einerseits und den sechs Präsentations- und Lebensformen in den inter-ethnischen Beziehungen andererseits gibt, wie sie in den kultursoziologischen Forschungsergebnissen bereits in den 90er Jahren vorzufinden sind. Folglich liegt die These des Autors nah, dass „Aussagen über Führung nur im soziokulturellen Kontext (als Frage der lebensweltlichen Ordnung) verifiziert werden“ können und nicht nur auf die Ebene der rationalen Handlungen und institutionellen Operationen eingeschränkt werden sollten. Daraus folgt aber auch, dass „nur in begrenztem Maße ein erlernter Führungsstil – in terms of action – auch überzeugend oder effektiv transformiert werden“ kann.

Mit dieser Forschungsnotiz ist die Überführung beider Konzepte in empirische Forschung anvisiert, die die Lebensformen mit den Führungsstilen vergleichen und deren Transformationen überprüfen will:

„Weniger die vorliegenden modellhaften Erklärungsmuster als vielmehr operationalisierbare Begriffe haben Bedeutung über die Grenzen des Faches hinaus. Dergleichen Begriffe finden sich in Primal Leadership in Form einer Zusammenfassung von verhaltenspsychologischen Führungsstilen, die als Probe genommen mit dem kultursoziologischen Pendant der Lebensformen verglichen werden können.“ (S. 1)

Das Paper ist mit dem bewahrten Creative Commons License (by-nc-sa) versehen und kann kostenfrei und sicher unter PlanFors-Paper heruntergeladen werden. Die bibliografischen Angaben lauten:

Wüstefeld, G. (2004): „Führungsstil und Lebensform: Forschungsnotiz zu verhaltenspsychologischen und kultursoziologischen Erklärungsmustern“, PlanFors-Paper 02/2004, [Zugriffsdatum] <URL>